Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Kniegelenks

Die Kniegelenksspiegelung ist eine wirksame, nebenwirkungsarme und unkomplizierte Operation. Sie ist wenig invasiv durch die sogenannte "Schlüssellochtechnik"  

Das Kniegelenk

Im Kniegelenk sind Ober- und Unterschenkel miteinander beweglich verbunden.
Die Knochen sind im Gelenk mit einer dicken Knorpelschicht überzogen.

Der Knieinnenraum enthält zwei Bänder (das vordere und das hinter Kreuzband) und zwei Zwischenscheiben (Innen- und Außenmeniskus). Diese dienen als Stoßdämpfer.

Wann wird arthroskopiert?

Die häufigste Ursache von Kniegelenkbeschwerden sind Verschleißerscheinungen und Verletzungen. Hierbei handelt es sich insbesondere um Meniskusrisse, Knorpelschädigungen und Bandverletzungen.
Eine Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie) kann durchgeführt werden, wenn der Verdacht auf das Vorliegen einer der folgender Krankheiten besteht:

Meniskusriss

  • Durch die Spiegelung wird der genaue Ort des Risses festgestellt. Es kann dann gleich eine Glättung des Meniskus, eine Teilentfernung oder in manchen Fällen auch eine Meniskusnaht durchgeführt werden.

Bandverletzungen

  • Die Feststellung, welches Band gerissen ist und in welchem Ausmaß, hilft bei der Entscheidung, ob eine wiederherstellende Band-Operation notwendig ist oder ob darauf verzichtet werden kann.

Knorpelschädigungen

  • Es kann genau festgestellt werden, wo und wie stark eine Knorpelschädigung vorliegt. Mit einem Tasthäkchen wird der gesamte Knorpel abgetastet. In bestimmten Fällen kann anschließend der Knorpel geglättet oder angefrischt werden. Hierdurch kann häufig die Bildung eines Ersatzknorpels stimuliert werden.

Freie Gelenkkörper

  • Manchmal findet man im Gelenk kleine Knorpel- oder Knochenstückchen, welche zu Einklemmungserscheinungen führen können. Mit einer kleinen Fasszange können diese entfernt werden.

Verwachsungen

  • Gelegentlich befinden sich im Knigelenk Narben- oder Bindegewebsstränge, welche Beschwerden verursachen. Sie können durchtrennt bzw. entfernt werden.

Entzündungen

  • Durch Betrachten der Gelenkinnenhaut können Entzündungen festgestellt werden. Man kann dann eine Probe zur feingeweblichen Untersuchung entnehmen und z. B. hierdurch feststellen, ob eine rheumatische Erkrankung vorliegt. Die entzündete Gelenkinnenhaut kann arthroskopisch entfernt werden, was oft eine langfristige Linderung erbringt.

Wie wird operiert?

Die Narkose

Für ambulante Operationen bietet sich eine Vollnarkose an. Sie hat den Vorteil, dass Sie direkt nach der Operation wieder laufen können.

Operationsablauf

Nach der Betäubung durch den Narkosearzt im Operationssaal wird ein kleiner Schnitt gemacht, durch welchen die bleistiftdünne Optik in das Kniegelenk eingeführt wird. Über einen Fernsehmonitor kann dann das ganze Gelenkinnere betrachtet werden. Wenn ein Schaden festgestellt wird, kann man über einen zweiten sehr kleinen Hautschnitt verschiedene kleine Instrumente einführen (Messer, Scheren, Fräsen, Greifzangen usw.) und die Verletzung bzw. den Schaden beseitigen.

Nach der Operation

Die kleinen Hautwunden werden mit einem Pflaster verschlossen und ein Schutzverband wird angelegt.
Anschließend können sie sich im Aufwachraum ausruhen (ca. 1 Stunde), bis Sie sich so fit fühlen, dass Sie nach Hause gehen wollen.

Mögliche Komplikationen

Nach der Operation kommt es gelegentlich zu einem Gelenkerguss, welcher sich meist spontan wieder langsam zurückbildet.
Sehr selten (unter 1 %) kommen andere Komplikationen vor:

  • Thrombose (Verschluss einer Vene im Bein durch ein Blutgerinnsel). Wir führen deshalb während der ersten Tage eine Gerinnungshemmung durch ( meist Heparinspritzen in die Unterhaut).
  • Lungenembolie (wenn sich dieses Gerinnsel löst und in den Kreislauf ausgeschwemmt wird).
  • Infektion (durch konsequentes Hygienemanagement sehr selten)
  • Narkosezwischenfälle (durch die präoperative Untersuchung und unsere sehr erfahrene Anästhesistin sehr unwahrscheinlich)


Teilweise können auch nach der Operation noch Beschwerden verbleiben, insbesondere dann, wenn ein starker Knorpelschaden festgestellt wurde, welcher durch eine Arthroskopie nicht beseitigt werden kann.

In diesen Fällen muss dann mit anderen Therapiemaßnahmen (z. B. Medikamente, Infiltrationen und Bestrahlungen) weiter behandelt werden.