Knieschmerz bei Jugendlichen

Am häufigsten findet sich ein sogenanntes "Peripatellares Schmerzsyndrom" (früher Chondropathia patellae genannt).

Es bestehen Schmerzen bei Anstrengung um die Kniescheibe herum, die vorwiegend während der Pubertät auftreten und nach Wachstumsabschluß wieder verschwinden.

Die Ursache ist unbekannt. Ein Knorpelschaden liegt meistens nicht vor.
Die Schmerzen treten überwiegend während des pubertierenden Wachstumsschubes auf und sind besonders stark bei großem Druck auf die Kniescheibe (Bergabgehen).
Meist sind großgewachsene Mädchen mit eher schwacher Muskulatur betroffen.
Nach Abschluß des Wachstums bildet sich die Symptomatik zurück.


Es hat sich gezeigt, dass häufig eine vermehrte Drehung des Oberschenkels nach vorne und eine vermehrte Drehung des Unterschenkels vorliegt, was zu einer Fehlbelastung führt.

Reibegeräusche sind ein unspezifisches harmloses  Zeichen und deuten nicht auf einen Schaden hin. Manchmal besteht auch eine verkürzte Oberschenkelmuskulatur.
Formvarianten der Kniescheiben haben meistens keine Bedeutung.

Therapie:

Aufgrund des meist harmlosen Verlaufes ist eine Übertherapie schädlich.
Sinnvoll sind Übungen zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur ggf. auch ein Stretching.

Langfristig ist ein dosiertes sportliches Aufbautraining sinnvoll. Ein generelles Sportverbot sollte nicht ausgeschlossen werden.
Manchmal muss man eine Kniebandage verordnen. Insbesondere dann, wenn hier lockere Bänder vorliegen.

Operationen sollten fast nie erfolgen.
Dauerschäden treten meistens nur nach einer Operation auf. Oft  kommt es durch die Operationen zu immer unbefriedigerenden Resultaten, bis schließlich eine Durchblutungsstörung der Kniescheibe auftritt.