Häufige Fußfehlstellungen bei Kindern

1. Physiologischer Knick- Senkfuß

Es besteht eine Valgusstellung der Ferse (Ferse nach außen gekippt) und eine Abflachung des Längsgewölbes bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen.

Ursache ist häufig eine vermehrte Drehung des Schenkelhalses nach vorne mit entsprechender kompensatorischer Innendrehung des Beines.

Um nicht über die eigenen Füße zu stolpern versuchen die Kinder unbewußt ihren Einwärtsgang durch eine Außendrehung der Füße zu korrigieren. Diese Außendrehung des belastenden Fußes hat eine Abknickung der Ferse und eine Abflachung des Fußgewölbes zur Folge.

Dies beunruhigt oft die Eltern und die Kinder.

Bei Kindern unter drei Jahren besteht zusätzlich noch ein Fettpolster unter der Fußsohle, so dass das Fußgewölbe flacher erscheint. Oft dauert es bis zum 6. Lebensjahr bis sich das  Fußgewölbe richtig abzeichnet. Wichtig ist,  dass sich im Zehenstand das Fußgewölbe aufrichtet.

Empfehlung:

Die Kinder sollten viel Barfuß gehen. Es gilt darauf zu vertrauen, dass sich das Fußgewölbe spontan aufrichten wird.
Ein etwas erniedrigtes Fußgewölbe hat aber keinen negativen  Einfluss auf die  Leistungsfähigkeit des Fußes im Erwachsenenalter.

 

2. Flexibler Plattfuß

Selten zeigt sich auch beim Schulkind ein erheblich abgesenktes Fußlängsgewölbe. Häufig findet sich eine allgemeine Bandlockerung.  Hierbei sind die Finger- Ellenbogen- und Kniegelenke überstreckbar.

Therapie:

Milde Formen müssen nicht behandelt werden.
Die Patienten sind auch später uneingeschränkt sportttauglich.
Oft handelt es sich um ein kosmetisches Problem, dass die Eltern mehr stört als die Kinder.
Nur schwere Plattfüße müssen behandelt werden.

Behandlungsmöglichkeiten:

Fußgymnastik, Barfußgehen, Dehnung der Wadenmuskulatur, häufiges Gehen im Zehenspitzengang.

Bei ausgeprägten Formen hilft eine Einlage.
Hiermit will man ein Tiefertreten der Knochen des Sprungbeines und eine ständige Überdehnung der Sehnen der Innenseite des Fußes vermeiden.

 

Angeborener Plattfuß (kongenitaler Plattfuß)

Dieser ist bereits bei der Geburt vorhanden. Es zeigt sich um Röntgenbild eine Steilstellung des Sprungbeines. Häufig besteht eine verkürzte Achillessehne. Das Fußgewölbe fehlt.
Manchmal besteht auch umgekehrte Wölbung (Tintenlöscherfuß).

In diesen seltenen Fällen muss während des 1. Lebensjahres operiert werden (Korrektur des Sprungbeines) und anschließend muss eine Gips- und Orthesenbehandlung für zwei bis drei Jahre durchgeführt werden.

 

Kontrakter Plattfuß

Hierbei besteht eine Knochenverbindung zwischen den Fersenbeinen und dem Sprungbein.
Es findet sich eine erhebliche Fehlstellung der Ferse und eine aufgehobene Beweglichkeit im unteren Sprunggelenk.

Therapie:

Operation mit Entfernung der Knochenbrücke.