Spezielle Erkrankungen des Fuß- und Sprunggelenks

Fuß

Über viele Millionen Jahre hat sich der heute Fuß entwicklungsgeschichtlich entwickelt, wenn man die Unterschiede der heute lebenden menschlichen Vorfahren betrachtet. Hier hatte der Fuß auch insbesondere eine Greiffunktion.

Der Verlust dieser Funktion und das „Wandern“ des großen Zehs nach zentral an die restlichen Mittelfußknochen heran, ermöglichte es dem Menschen sich in den Zweibeinstand aufzurichten. Im weiteren Verlauf änderte sich der flache Fuß in ein Längs- und Quergewölbe mit torbogenartiger Anordnung der Mittelfußknochen, die eine Dämpfungsfunktion für den aufrechten Gang gewährleistet. Die Komplexität des Fuß wird deutlich, dass 28 Knochen, 60 Muskeln und 100 Bänder nötig sind, um unseren aufrechten Gang zu ermöglichen. Im Laufe des Lebens muß jeder Fuß ca. 50 Millionen Schritte und ca. 2 Millionen Tonnen Gewicht ertragen. Bedenkt man diese enormen Belastungen wird schnell klar, dass auch nur kleine Veränderungen in diesem Zusammenspiel zu großen Problemen führen können. Des weiteren werden der Fuß und die Sprunggelenke häufig durch Unfälle verletzt. Was wir behandeln:

Hallux valgus (Großzehenballen)

Der erworbene Hallux valgus ist eine in den Industrieländern aufgekommene Erkrankung. In Fernost war dieses Problem bis kurz nach dem 2. Weltkrieg weitgehend nicht bekannt. Erst im Zuge der Übernahme der beengenden Schuhmode, wurde dieses Krankheitsbild zunehmend auch dort zum Problem. Der Hallux valgus kann aber auch angeboren sein und sich schon im Kindesalter entwickeln, somit sind auch genetische Faktoren oder Folgezuständen nach Verletzungen des Fußes verantwortlich für die Entstehung des Hallux valgus. Der Hallux valgus ist nicht selten mit einem Spreizfuß assoziiert, der noch weitere Probleme bereiten kann. Der „Ballen“ entsteht durch ein Ausweichen des 1. Mittelfußknochens nach innen. Dadurch wird der Fuß insgesamt breiter und führt so zu Schuhkonflikten. Das Drücken im Schuh kann zu Druckstellen führen, die sich zu offenen Stellen entwickeln und sich entzünden. Weil sich der Großzeh zunehmend nach außen richtet , kann er die benachbarten Zehen soweit bedrängen, daß sich Krallen- oder Hammerzehen entwickeln können. Somit ist der Hallux valgus nicht nur ein optisches Phänomen, sondern kann zu zunehmenden Rückgang der Aktivität und Gehstrecke führen, da die Schmerzen bei jedem Schritt spürbar sind. Je nach Beschwerden und Ausmaß der Fehlstellung des Hallux valgus stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zu Wahl, die sich immer am individuellen Beschwerde- und Krankheitsbild des Patienten orientieren müssen. Eine konservative Therapie besteht in der Einlagenversorgung und Eigenübungen von Fußgymnastik und Schienen. Möglicherweise kann zeitweise im Anfangsstadium eine ausreichende Besserung der Beschwerden erzielt werden. Ein dauerhaftes Rückbilden des Ballens ist jedoch nicht zu erwarten. Die Veränderung der Fußstatik kann nur durch eine Operation erreicht werden. Bei der Operation wird der 1. Mittelfußknochen durchtrennt und verschoben und mit Schrauben oder Drähten in korrigierter Stellung fixiert. Hierdurch wird entscheidend die Fußstatik verändert und häufig werden auch die Schmerzen im Vorfußbereich schnell besser. Es sind letztendlich mehr als 100 Methoden durchgeführt worden, um einen Hallux valgus zu korrigieren, allerdings haben sich in den letzten 2 Jahrzehnten nur wenige Verfahren auf Dauer etablieren könne, die einen dauerhaften Behandlungserfolg bringen können. Das Prinzip der Operation besteht in der Korrektur des Winkels zwischen 1. Und 2. Mittelfußknochen sowie den Mittelfußballen wieder Richtung Boden zu verschieben, um die Fußstatik wiederherzustellen. Hierfür haben sich in den letzten Jahrzehnten mehrere OP-Verfahren unter sehr vielen herauskristallisiert, die einen langanhaltenden Therapieerfolg versprechen. Für 4-6 Wochen muß ein Vorfußentlastungsschuh bzw. ein Verbandsschuh getragen werden. Damit ist eine sofortige Vollbelastung möglich. Im Anschluß daran wird wieder ein normaler Konfektionsschuh mit ggf. einer neuen Einlage getragen. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant in unserem Operationszentrum in der Praxis durchgeführt. Beispiel für die Korrektur des Hallux valgus durch Scarf-Osteotomie mit hochmodernen Spezialschrauben aus Titan.

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Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksteife)

Die Großzehengrundgelenkssteife trifft mehr Männer als Frauen. Als Grund dafür werden sich oft wiederholende Mikrotraumen diskutiert, denen Männer im Schnitt häufiger ausgesetzt sind als die Frauen. Der Altersgipfel liegt bei 30-50 Jahren. Die Folge der Mikrotraumen sind lokale Knochenumbauvorgänge im Bereich des Großzehengrundgelenkes. Diese Anbauten führen oft zu der störenden Minderbeweglichkeit und des dadurch veränderten Abrollvorgangs. Der Knorpel wird lokal im Gelenk geschädigt und verschleißt. Dadurch entsteht über die Dauer eine Arthrose, die dann zu dem Bewegungsschmerz führt. Entsprechend der Beweglichkeit und dem Grad Arthrose gibt es 4 Stadien, nach denen sich dann die Therapie richtet. Im Anfangsstadium kann mit konservativen Maßnahmen noch ein zufriedenstellender Erfolg erzielt werden. Dies beinhaltet in der medikamentöse, physikalische und orthopädietechnische Maßnahmen, wie z.B. eine Ballenrolle oder Rigidusfeder als Schuhumbau. In späteren Stadien kommen dann verschiedene OP-Techniken in Frage, die sich nach dem Grad der Arthrose richten und aber auch den Anspruch des Patienten berücksichtigen sollen. Im ersten Stadium kann das eine alleinige Abtragen der überschüssigen Knochenanbauten (Cheilektomie) bei gesundem Knorpel und normalen Gelenkverhältnissen ausreichend sein. Sollte der Druck im Gelenk hoch sein und die Beweglichkeit gleichzeitig deutlich vermindert sein, kann eine Verkürzung des 1. Mittelfußknochens in Frage kommen (OP nach Youngswick). Hierfür ist jedoch noch ein ausreichend guter Knorpelüberzug Voraussetzung. Im letzten Stadium ist der Knorpel so weit zerstört, daß gelenkerhaltende Maßnahmen nicht mehr möglich sind, so daß dann nur die Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenkes als Option verbleibt. Trotz der Versteifung kann in der Regel normales Konfektionsschuhwerks ggf. mit kleiner Abrollhilfe getragen. Das Gangbild ist ebenfalls normal. Für 6 Wochen muß ein Vorfußentlastungsschuh oder Verbandsschuh getragen werden, mit dem eine Vollbelastung ohne Gehhilfen sofort möglich ist. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant in unserem Operationszentrum in der Praxis durchgeführt. Sehr wichtig und entscheidend über den Therapieerfolg bei den gelenkerhaltenden Eingriffen , ist intensive Physiotherapie sowie tägliche Eigenübungen zum Wiedererlangen der Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk nach einer OP nach Youngswick und der Cheilektomie.

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Hammerzehen und Krallenzehen

Krallen- und Hamerzehen entstehen durch Sehnenverkürzungen und Dysfunktion der intrinsischen Fußmuskulatur. Durch unterschiedliche Beuge- und Streckfehlstellungen in den verschiedenen Gelenken entsteht entweder eine Krallen – oder Hammerzehe. Sie treten nicht selten gemeinsam mit einem Spreizfuß oder Großzehenballen (Hallux valgus) auf. Problem ist auch hier beengendes Schuhwerk, während hingegen Barfußlaufen eine natürlichere Muskelbalance der Fußmuskulatur fördert. Letztendlich ist es nicht das Aussehen der deformierten Zehen, die zu den Problemen führen, sondern die exponierten Stellen, die zu Druckstellen oder sogenannten „Hühneraugen“ führen könne. Hier können starke Schmerzen im Schuh auftreten oder sich offene Stellen bilden, die sich auch entzünden können. Besonders Diabetiker sind gefährdet, da das Gefühlsvermögen meist herabgesetzt ist und die offenen Stellen nicht schmerzen. Sollten begleitende Veränderungen zu den Kleinzehendeformitäten vorliegen, sollten diese in der Regel mitbehandelt werden. Konservative Maßnahmen wie Fußgymnastik sowie Einlagen und Hilfsmittel wie Druckentlastungspflaster können Linderung bringen. Sollten diese Möglichkeiten ausgeschöpft sein, stehen verschiedene operative Behandlungsmethoden zur Verfügung.

OP nach Hohmann
Es wird das Köpfchen des Mittelglied entfernt und ein Draht wird zur vorübergehenden Fixierung in den Zeh eingebracht. Dieser verbleibt in der Regel 4 Wochen und kann dann problemlos entfernt werden.

Arthrodese (Versteifung) des Zehenmittelgelenkes
Das Zehenmittelgelenk wird entfernt und dadurch vom Knorpel befreit und die beiden Knochen fast gerade zusammengebracht und mit einem Draht oder Implantat fixiert. So ensteht aus den vormals 2 Knochen durch die Versteifung 1 Knochen in gerader Stellung. Auch hier wird später der Draht problemlos entfernt. Sollte ein Implantat verwendet werden, so muß es nicht entfernt werden.

Sehnentransferoperation (OP nach Girdlestone-Taylor)
Bei noch flexiblen Krallenzehen kann es möglich sein ,durch Transposition der langen Beugesehne, die Fehlstellung zu beseitigen. Eine vorrübergehende Drahtfixierung ist ebenfalls notwendig.

Strecksehnenverlängerungen
Die Verlängerung der Strecksehnen stellt einen möglichen Zusatzeingriff bei der Korrektur der Kleinzehendeformitäten dar, der in der Regel nur in Verbindung mit einem anderem Verfahren verwandt wird, falls sich die Zehenstellung nicht optimal einstellen würden. Als Einzeleingriff kommt er eher nicht in Frage. Für 4-6 Wochen muß ein Vorfußentlastungsschuh oder Verbandsschuh getragen werden, mit dem eine Vollbelastung ohne Gehhilfen sofort möglich ist. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant in unserem Operationszentrum in der Praxis durchgeführt.

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Schneiderballen (taylor´s bunion)

Weil der Schneidersitz typischerweise viel Druck auf die Fußaußenseiten bringt insbesondere am Köpfchen des 5. Mittelfußknochens, ist dieses Krankheitsbild schon früher gehäuft bei Schneidern beschrieben worden. Eine Deformität , im Sinne eines nach außen ausladenden Köpfchens führt zu Druckstellen und zum Schuhkonflikt. Oft ist dies auch kombiniert mit einem nach innengerichteten 5. Zehe der sich auch über den 4. Zeh legen kann. Weite Schuhe sind ein einfaches probates Mittel um den unmittelbaren Problemen entgegen zu gehen. Polster können ebenfalls benutzt werden. Sollte sich trotz dieser Hilfsmittel keine entscheidende Linderung der Beschwerden einstellen, dann kommt eine Operation in Frage. Besonders dann, wenn es zu immer wieder auftretenden offenen entzündeten Stelen über dem prominenten Mittelfußköpfchen kommt. Hier wird ähnlich wie beim Hallux valgus der Knochen durchtrennt, verschoben und wieder mit Schrauben befestigt. So wird der hervorstehende Knochen als Auslöser für die Druckstellen effektiv reduziert. Sollte zusätzlich noch eine Fehlstellung der 5. Zehe vorliegen, kann durch eine Sehnenumlenkungsoperation eine gerade Ausrichtung der Zehe erreicht werden. Für 4-6 Wochen muß ein Vorfußentlastungsschuh oder Verbandsschuh getragen werden, mit dem eine Vollbelastung ohne Gehhilfen sofort möglich ist. Danach kann in der Regel wieder ein normaler Konfektionsschuh getragen werden. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant in unserem Operationszentrum in der Praxis durchgeführt.

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Metatarsalgie/Spreizfuß (Durchgetretener Mittelfuß)

Beim durchgetretenen Mittelfuß treten die Schmerzen im Vorfußbereich über den Mittelfußköpfchen 2-4 auf. Der Grund ist eine Überbelastung dieser Region mit vermehrtem Bodenkontakt und deutlich erhöhtem Druck auf diese Region. Die Gründe dafür können verschiedener Natur sein. Häufig treten diese Probleme kombiniert mit einem Hallux valgus bei ausgeprägtem Spreizfuß vor. Durch das nach Innenweichen des ersten Mittelfußknochens, nimmt der erste Strahl weniger Druck beim Abrollvorgang auf. Dadurch kommt zu der Druckumverteilung zu Ungunsten der Region um die Mittelfußköpfchen 2-4. Diese Überbelastung führt dann zu den Belastungsschmerzen. Auffällig ist die vermehrte Schwielenbildung in diesem Bereich. Ein anderer Grund kann die angeborene Überlänge der Mittelfußknochen 2-5 gegenüber dem ersten sein. Auch hier kommt es zu der ungünstigen Druckumverteilung, die die Schmerzen begünstigen. Enges Schuhwerk oder Schuhwerk mit höheren Absätzen verstärken diese Probleme ebenfalls. Die Idee der konservativen Behandlung der Metatarsalgie ist ein Erreichen einer Druckumverteilung, um die übermäßig belasteten Bereiche zu entlasten. Möglichkeiten sind angepaßte Einlage mit einer Pelotte hinter dem Vorfuß, um die Köpfchen etwas nach oben anzuheben. Orthopädietechnische -zurichtungen wie eine Schmetterlingsrolle entlasten gezielt und können eine Erleichterung bringen. Sind die Beschwerden trotz der konservativen Maßnahmen weiterhin vorhanden, ist die operative Therapie eine weitere Option. Das Ziel der verschiedenen Operationstechniken ist, die die krankhafte Überbelastung der betroffenen Mittelfußköpfchen zu reduzieren, indem die normale Vorfußstatik annähernd wiederhergestellt wird. Da meist eine Überlänge der betroffenen Mittelfußköpfchen vorliegt, muß dann auch eine geringe Verkürzung durchgeführt werden. Dazu wird der Mittelfußknochen durchtrennt und das der Köpfchentragende Teil nach hinten zur Verkürzung und nach oben zur Druckentlastung versetzt und mit einer Schraube befestigt (Weil-Osteotomie). Falls keine korrekturbedürftige Überlange der Mittelfußknochen vorliegt , kann im weiter rückfußwärtigen Anteil des Mittelfußknochens ein kleiner Knochenkeil entfernt werden und so der gesamte vordere Anteil vom Boden angehoben werden. Verschlossen wird der entstehende Knochenspalt mit einer speziellen Schraube. (BRT-Osteotomie). Für 4-6 Wochen muß ein Vorfußentlastungsschuh oder Verbandsschuh getragen werden, mit dem eine Vollbelastung ohne Gehhilfen sofort möglich ist. . Danach kann in der Regel wieder ein normaler Konfektionsschuh, ggf. mit einer neuen Einlagegetragen werden. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant in unserem Operationszentrum in der Praxis durchgeführt.

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Plattfuß (Pes planovalgus)

Liegt eine Veränderung der Fußform vor, wird umgangssprachlich häufig der Terminus „Plattfuß“ benutzt. Der Plattfuß ist jedoch eine komplexe Fußdeformität, die schwieriger und langwieriger zu behandeln ist als landläufig angenommen wird. Glücklicherweise ist ein echter Plattfuß deutlich seltener als z.B. ein Hallux valgus. Hauptmerkmal eines Plattfuß ist das Absinken des Längsgewölbes innenseitig und ein nach Außenzeigen der Ferse bei Belastung. Der Plattfuß kann auch angeboren sein und somit auch schon bei Kindern im Wachstumsalter auftreten. Der Plattfuß des Erwachsenen ist in der Regel erworben und tritt erst im Verlauf des Lebens auf. Die Gründe für das Auftreten eines Plattfuß sind vielfältig. Als häufigste Ursache für das Auftreten eines erworbene Plattfuß ist ein Schaden der Tibialis posterior Sehne , die innenseitig an der Fußwurzel ansetzt und verhindert, dass das Fußlängsgewölbe bei Belastung absinkt. Sollte hier eine Schwächung vorliegen kommt es zu den genannten Formveränderungen des Fußes. Die Einteilung der Tibialis posterior Fehlfunktion erfolgt in den Stadien I-IV. Im Stadium I handelt es sich um eine Reizung der Sehne mit Schmerzen hinter dem Innenknöchel, die auch bis in die Wade ziehen können. Eine Fehlstellung ist in diesem Stadium noch nicht zu sehen. In diesem Stadium ist eine konservative Behandlung mit Ruhigstellung in einem Spezialstiefel und und Entlastung des Beins möglich. Begleitend können auch noch Injektionen durchgeführt werden. Dem Stadium II liegt eine strukturelle Schädigung der Tibialis posterior Sehne zu Grunde. Es kommt jetzt zum Absinken des Längsgewölbe und Fehlstellung der Ferse. Dies ist zu diesem Zeitpunkt jedoch noch aktiv ausgleichbar. Konservative Maßnahmen sind in diesem Stadium jedoch nicht mehr zielführend. Die Fehlstellung kann jetzt nur noch operativ sinnvoll versorgt werden. Jedoch ist es in diesem Stadium noch möglich die Korrektur durch gelenkerhaltende Maßnahmen durchzuführen. Im Stadium III Ist für die Fehlstellungen nicht mehr flexibel. Sie kann nicht mehr aktiv und auch nicht mehr passiv ausgeglichen werden. Häufig liegt zusätzlich zu der zerstörten Sehne schon eine Arthrose bestimmter Gelenke im Rückfuß und Mittelfuß Bereich vor. Daher sind gelenkerhaltende operative Eingriffe in diesem Stadium häufig nicht mehr sinnvoll so dass jetzt korrigierende Gelenke versteifen der Operationen in Frage kommen. Im Stadium IV liegt zusätzlich zum Stadium III eine Fehlstellung im Oberen Sprunggelenk vor. Hier sind sehr aufwändige und komplexe Versteifungsoperation erforderlich. Die Operationsmethoden richten sich nach dem Stadium des Plattfuß sowie insbesondere auch des Alters der Patienten . Im Kindesalter kommen zusätzlich noch andere speziellen OP-Methoden in Frage. Entscheidend ist, dass für die jede einzelne Deformität das optimale OP Verfahren vor der Operation geplant wird, um einen korrekte Ausrichtung des Fußes zu erreichen.

Calcaneusverlängerungsosteotomie nach Evans
Es wird die Außenseite des Fersenbeins geöffnet und aufgespreizt. Dadurch kommt es zu einem Ausgleich der Stellung des Vorfußes und einer Aufrichtung des Längsgewölbes. In den entstanden Spalt wird ein Stück Knochen vom Beckenkamm eingebracht und mit Draht, Platten oder Schrauben fixiert.

Calcaneusverschiebeosteotomie mit Flexor digitorum longus-Transfer
Das Fersenbein wird durchgetrennt und nach innenseitig samt der Achillessehne verschobene. Dadurch kommt es zu einer besseren Kraftentfaltung in korrekter Richtung durch die Achillessehne. Fixiert wird das Fersenbein dann mit einer Spezialschraube. Zusätzlich wird oft zur Unterstützung der geschädigten der Tibialis posterior Sehne die Flexor-digitorum-longus-Sehne verlagert ,um die Funktion der geschädigten Sehne mit zu übernehmen und um das Längsgewölbe zu stützen und aktiv aufrichten zu können. Eine Entlastung des Beins ist für 6 Wochen sowie ein Belastungsaufbau über weitere 4-6 Wochen erforderlich.

Arthrorise mit Spezialimplantaten
Über einen kleinen Schnitt wird ein Spezialimplantat in den Sinus tarsi zwischen Sprung- und Fersenbein eingebracht. Dies führt zu einer Aufrichtung des Längsgewölbes. Eine zügige Vollbelastung anschließend ist möglich. Allerdings wird dieser Eingriff in der Regel nur bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Er ist jedoch problemlos ambulant durchführbar.

Double- und Triple-Arthrodesen
Dieses Verfahren wird dann in höhergradigen Stadien des Plattfußes zur Korrektur angewendete. Es werden hierbei 2 oder 3 große Gelenke in korrekter Stellung versteift. Der Fuß bekommt somit wieder eine annähernd normale Form. Die Versteifungen erfordern eine längere Ruhigstellung. In der Regel ist anschließend das Tragen eines orthopädischen Maßschuh erforderlich. Eine Entlastung des Beins ist für 8-12 Wochen erforderlich.

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Arthrosen des Mittel- und Rückfuß

Arthrosen der Fußwurzel und des Rückfußes tretende gehäuft nach verheilten Knochenrinne Brüchen als Folge auf. Es kommt hier zu einem zunehmenden Verschleiß des Knorpels mit anschließendem Reiben von Knochen am Knochen, was dann für eine Arthrose typische Beschwerden auslöst. Arthrosen in diesem Bereich können jedoch auch ohne vorangegangenen Unfall aufgetreten, zugrunde liegen hier häufig verschiedene Fußdeformitäten. Die Arthrosen führen häufig zu Belastungsschmerzen, aber im späteren Stadium jedoch auch zu Ruheschmerzen, so dass hier eine Therapie erforderlich wird. An konservativen Maßnahmen kommen Sohlenversteifungen und Abrollhilfen in Frage. Sollte es hierunter nicht zu einer zufriedenstellenden Verbesserung der Beschwerden kommen, ist eine operative Therapie möglich. In der Regel werden die betroffenen Fußwurzelgelenke versteift. Zum Einsatz kommen hier verschiedene Implantate wie z.B. Schrauben oder Klammern. Abhängig von dem zu versteifenden Gelenk ist eine Entlastung des Beins für 6-10 Wochen nötig. Das Tragen von normalen Konfektionsschuhen ggf. mit orthopädischen Schuhzurichtungen möglich.

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Fersensporn (Plantarfasziitis)

Meist wird angenommen, dass der Fersensporn, d.h. die Verknöcherung am Fersenbein die typischen Beschwerden auslöst. Es ist jedoch vielmehr die Entzündung der Sehnenplatte, die am Fersenbein fußsohlenseitig ansetzt (Plantarfaszie). Die typischen Beschwerden bestehen insbesondere beim morgendlichen Aufstehen mit Schmerzen im Bereiche der Ferse an der Auftrittsfläche. Des weiteren wird nach längerem Sitzen ein Anlaufschmerz beschrieben. Ein Druckschmerz lässt sich in der Regel am Fersenbein auslösen. Die Behandlung ist in der Regel konservativ. Zielführend sindS spezielle Dehnübungen der rückseitigen Unterschenkel und Fußmuskulatur. Begleitend können verschiedenartige Injektionen durchgeführt werden. Inzwischen existieren auch verschiedene Studien, die beweisen dass eine Stoßwellentherapie erfolgreich sein kann. Des weiteren kommt eine Strahlentherapie in Betracht, die jedoch auch eine entsprechende Strahlenbelastung mit sich bringt. Als einer der letzten Optionen bleibt dann noch die operative Einkerbung der Sehnenplatte. Weichbettende Einlagen nach Maß lindern den mechanischen Reiz. Wichtig ist zerrissen, dass der Behandlungszeitraum mindestens 3 Monate beträgt. Daher sollten die Dehnübungen nicht vor Ablauf von 3 Monaten beendet werden. Durch Ausschöpfen aller konservativen Behandlung Maßnahmen ist die Chance auf Beschwerdefreiheit sehr gut. Die Operation ist nur absolut therapieresistenten Ausnahmefällen vorbehalten.

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Haglund-Ferse

Bei der Haglund-Ferse bzw. Exostose handelt es sich um eine knöcherne Ausziehung am Oberrand des Fersenbeins. Die Achillessehne selbst etwas weiter Runden hier am Fersenbein an. Durch die Nähe der knöchernen Randanbauten zur Achillessehne entsteht hier ein mechanischer Reiz an der Achillessehne. Zwischen dem Fersenbein in der Achillessehne liegt ein Schleimbeutel der in der Regel mit entzündet ist und entsprechend die Schmerzen mitverursacht. Die Schmerzen treten insbesondere nach längerer Belastung und beim Hochziehen des Fußes auf, aber da sich hier der Knochenvorsprung der Achillessehne annähert. Wieder Fersenspornes sollten hier als konservative Maßnahmen intensive tägliche Dehnübungen durchgeführt werden. Zur akuten Entlastung kann ebenfalls kurzfristig ein Fersen Hiller getragen werden um eine mechanische Entlastung zu bringen. Sollte es hierunter nicht zu einer ausreichenden Schmerzverbesserung kommen, ist die operative Entfernung des Knochenvorsprungs angezeigt. Dies kann entweder endoskopisch minimalinvasiv oder durch einen kleinen Schnitt offen durchgeführt werden. In jedem Fall wird der entzündete Schleimbeutel wird entfernt. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant in unserem ambulanten Operationszentrum durchgeführt. Eine Entlastung des Beins wird in der Regel für 2 bis 4 Wochen durchgeführt anschließend kann in normalem Konfektionsschuh voll belastet werden ggf. mit einer Fersenkisseneinlage.

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Morton-Neuralgie (Nervenknötchenbildung Mittelfuß)

Die sogenannte Morton-Neuralgie ist ein Begriff der eine Nerven Knötchenbildung im Vorfußbereich beschreibt. Sie tritt am häufigsten zwischen dem 3. Und 4. Mittelfußknochen und kann jedoch auch seltener zwischen dem 2. Und 3. Mittelfußknochen auftreten. Frauen sind in der Regel häufiger der betroffen. Der wahrscheinlichste Auslöser ist eine mechanische Reizung in diesem Nervenbereich, der dann zu einer Verdickung des Nerven in dem zu engen Raum zwischen den beiden Mittelfußknochen führt. Es handelt sich somit streng genommen um einen Nerven Engpasssyndrom. Die typischen Beschwerden werden durch enges Schuhwerk ausgelöst. Beschrieben wird ein Vorfußschmerz , der häufig elektrisierend bis in die Zehen ausstrahlt. Ein Zusammendrücken der Mittelfußregion verstärkte diese Schmerzen. Beim Laufen stellt sich häufig das Gefühl ein als wäre eine Falte in der Socke die stört. Barfußlaufen wird in der Regel als Linderung empfunden. Bei dem klinischen Verdacht auf eine Morton-Neuralgie wird eine lokale Betäubung mit einem Betäubungsmittel durchgeführt. Sollte es ihr dann zu einem die gänzlichen Verschwinden der Beschwerden gekommen, ist eine Operation das Mittel der Wahl. Bei der Operation wird in der Regel das Nervenknötchen entfernt und die schmerzauslösenden Nerven stillgelegt. Der Eingriff wird in der Regel ambulant in unserer Praxis durchgeführt. Für 4 Wochen wird ein Verbandsschuh getragen. Anschließend kann wieder ein normaler Konfektionsschuh getragen werden.

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Tarsaltunnelsyndrom

Hinter dem Innenknöchel verlaufen mehrere wichtige Strukturen wie z.B. eine große Arterie mit Vene, 3 wichtige Sehnen des Fußes und auch der Nervus tibialis (Schienenbein-Nerv) . Dieser Nerv versorgt unter anderem die Fußsohle, die Innenseite des Fußes mit Gefühl und ist für die die Zehenbeuger verantwortlich. Sollte dieser Nerv also geschädigt sein, hat dies meist massive Auswirkungen auf die Funktion des Fußes. In dem sogenannten Tarsaltunnel Kann es daher zu einer relativen Enge kommen. Somit ist das Tarsaltunnelsyndrom ein typisches Enpasssyndrom. Die Gründe für die Enge können verschieden sein, z.B. Ausbildung eines großen Ganglions. Es ist das häufigste der insgesamt seltenen Nervenengpasssyndrome des Fußes. Die Beschwerden treten häufig nach längerer Belastung aber auch in Ruhe auf. Typisch sind Schmerzen im Bereich der Innenseite des Fußes wurde auch hinter dem Innenknöchel. Nicht selten werden Gefühlsstörungen der Fußsohle bis in die Zehen angegeben. Im schlimmsten Fall können auch motorische Einschränkungen der Zehenbeuger auftreten. Die Diagnose wird durch die klinische Beschwerdesymptomatik in Verbindung mit einer elektrophysiologischen neurologischen Untersuchung und ggf. auch durch ein MRT gesichert. An konservativen Behandlungen stehen die Beseitigung von Fußfehlstellungen durch Einlagen oder Schuhinnenranderhöhungen, die schmerz- und entzündungshemmende medikamentöse Therapie und auch die Infiltration mit lokalem Betäubungsmittel und Kortison zur Verfügung. Sollte es nach Durchführung der konservativen Maßnahmen nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden kommen, ist die operative Freilegung des Tarsaltunnels und die Beseitigung des Engpasses erforderlich.

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Charcotfuß

Die neuropathische Osteo-Arthropathie wird als Charcot-Arthropathie bezeichnet, sie ist nach dem französischen Neurologen Jean-Martin Charcot (1825–1893) benannt. Zugrunde liegt der Erkrankung mit die Polyneuropathie. Die Haut Auslöser werdende Polyneuropathie sind im absteigender Reihenfolge die Zuckererkrankung, Alkohol, angeborenen neurologische Erkrankungen Es kommt zu einem Zeitpunkt spontan oder durch Auslösung eines Bagatelltraumas zu einer raschen Knochenerweichung, die dann in einer deutlichen Deformierung des Fußes und auch des Sprunggelenkes enden kann. Die Gelenke werden in der Regel ebenfalls hierbei zerstört. Es resultieren dann im Verlauf teilweise groteske Fehlstellungen. Problematisch sind dann die aufgetretenen Druckstellen, die sich entzünden können. Die Entzündung kann dann ebenfalls auf den Knochen übergreifen was dann zur Knochenvereiterungen führen kann. Dies erfordert dann in der Regel mehrere Operationen. Primäres Ziel der Therapie ist es, den Fuß funktionell stabil zu erhalten und Druckgeschwüre zu vermeiden. In der akuten Phase ist die Ruhigstellung des Fußes und des Unterschenkels in einem Rundblick Gips sowie die komplette Entlastung des Beines erforderliche. Der Behandlungszeitraum beträgt nicht selten 8 bis 12 Wochen für die Dauer der Entlastung. Im Anschluss daran kann dann im Gehgips oder einer entsprechenden angepassten 2 Schalen Orthese mit der Belastung wiederbegonnen werden. Danach wird eine orthetischer Maßschuh erforderliche. In dieser ist dann in der Regel die Vollbelastung ohne Gehhilfen verwirklichen. Der Behandlungszeitraum des akuten Charcot Fuß beträgt nicht selten 6 bis 9 Monate. Sollte die Gefahr durch einmal eingetretene Fehlstellungen insbesondere der Innenseite des Fußes, große seine dass sich Druckgeschwüre erbeten, dann über korrigierende Operationen nachgedacht werden. Diese sind in der Regel sehr aufwendig und komplex. Der Nachbehandlungszeitraum nach einer solchen Operation beträgt ebenfalls nicht selten 6 bis 9 Monate.

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Chronische Instabilitäten des Oberen Sprunggelenkes

Das Umknicktrauma des Oberen Sprunggelenkes ist eine häufige Verletzung im Alltag oder aber besonders beim Sport. Es kommt zu Zerreißung der Gelenkkapsel und zum Riss von mindestens einem der 3 Außenbänder. Früher wurde eine solche Verletzung immer operiert. Es hat sich jedoch gezeigt, daß eine konservative Behandlung mit Ruhigstellung im Tapeverband oder einer speziellen Orthese vergleichbare Ergebnisse erzielt. Die direkte operative Versorgung ist heute bei extrem ausgeprägten Befunden oder aber Sportlern im Hochleistungssport vorbehalten. Trotz konsequenter Behandlungen kann es in bis zu 20% zu einer chronischen Instabilität kommen. Klinisch findet sich dann ein subjektives Instabilitätsgefühl und Unsicherheits gefühl insbesondere beim Laufen auf unebenen Untergrund. Des weiteren wird ein Belastungsschmerz insbesondere nach stärkerer Belastung angegeben. Häufig wird berichtet, daß man ohne wirklichen Grund immer wieder umknickt Durch die instabile Situation im Oberen Sprunggelenk kommt es zu unnatürlichen Scherbewegungen, die zu einem Knorpelschaden führen können. Somit wird eine Arthrose begünstigt, die das Gelenk irreparabel schädigt. An der konservativen Maßnahmen steht allen voran die durch Durchführung von propriozeptiven Training. Sollte es nach Durchführung von mindestens 3 Monaten nicht zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden gekommen, ist die Durchführung einer stabilisierenden Operation sinnvoll. Begleitend sind möglicherweise noch andere Therapieoptionen durchzuführen. Dies ist im Einzelfall dann individuell zu prüfen. Die folgenden Operationen sind je nach individuellem Befund angezeigt.

Arthroskopie des Oberen Sprunggelenkes
Es wird eine Gelenkspiegelung über 2 kleine ca. 1 cm lange Schnitte von vorne am Sprunggelenk durchgeführt. Bei der Spiegelung kann man sämtliche in dem Gelenken vorliegenden krankhaften Befunde erkennen und ggf. auch direkt mittherapieren z.B. entzündete Gelenkinnenhaut zu entfernen, Knorpel zu glätten, oder instabile Knorpelanteile zu entfernen oder überstehende Knochenkanten zu entfernen. Der Eingriff wird ambulant in unserer Praxis durchgeführt. Je nach intraoperativen Befund ist eine kurz- bis mittelfristige Entlastung des Beines erforderlich.

Offene Bandrekonstruktionen nach Broström-Gould
Über einen Schnitt am vorderen Bereich des Außenknöchels wird der instabile Narben im Bereich im Bereich der Außenbänder eröffnet, und gedoppelt übereinander gelegt und vernäht. Als zusätzliche Sicherung der kann noch ein Knochenhautlappen vom Außenknöchel als Verstärkung hinzu zugenommenen werden. Der Eingriff kann mit einer Arthroskopie kombiniert werden, um etwaige Knorpelschäden mittherapieren zu können. Der Eingriff wird ambulant in unserer Operationszentrum in der Praxis durchgeführt. Nach der Operation wird eine spezielle Orthese angepasst. Diese muss insgesamt 6 Wochen nach der Operation getragen werden. Mit der Belastung ohne Gehhilfen kann in der Regel nach 4 Wochen wieder begonnen werden.

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Osteochondosis dissecans/Gelenkmaus Oberes Sprunggelenk

ES geht dass eine Entzündung vorliegt ein Knochen-Knorpelanteil im Bereich des Sprungbeins unter. Meist liegt hier eine Durchblutungsstörungen des Knochens vor. Aber auch sich wiederholende Mikrotraumen als Ursache werden diskutiert. Es kann so eine Inkongruenz der Knorpelflächen vom Sprungbein und Schienenbein kommen, was dann zu Schmerzen führen kann. Löst sich das abgestorbene Knochen-Knorpel-Stück schwimmt es frei im Gelenk und kann so einklemmen und das Gelenk blockieren. Die Erkrankung verläuft meist in aufeinanderfolgenden Stadien. Die Osteochondrosis dissecans wird meist zwischen 20. Und30. Lebensjahr symptomatisch und betrifft meist Männer. Die Anfangsstadien können häufig konservativ mit Entlastung und Ruhigstellung therapiert werden. Je nach Stadium kommen verschiedene Behandlungsmethoden zur Anwendung.

Retrograde Anbohrung und Spongiosaauffüllung
Bei erhaltenem Knorpelüberzug kann durch eine Anbohrung mit Durchbrechung der verdichteten Knochenzonen unterhalb des Knorpels eine Ausheilung des Defektes erreicht werden. Der entstandene Knochendefekt kann falls dann mit körpereigenem Knochen vom Beckenkamm oder Schienenbeinkopfkopf aufgefüllt werden. Dieser Eingriff wird mit einer Arthroskopie kombiniert durchgeführt. Eine Teilbelastung für 6 Wochen ist notwendig.

Mikrofrakturierung
Instabile Knorpelanteile werden während einer Arthroskopie entfernt und der freiliegende Knochen angebohrt und eröffnet. Es bildet sich lokal ein Blutkuchen , aus dem sich über die nächsten Wochen Ersatzknorpel bildet. Dieser ist jedoch nicht so belastbar wie der Originalknorpel Eine Teilbelastung für 6 Wochen ist notwendig.

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Achillessehnenprobleme

Die Achillessehne überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur auf den Fuß und ermöglicht das Bewegen des Fußes Richtung Boden. Dadurch ist der Zehenspitzengang möglich sowie ein kräftiges Abdrücken in der Abstoßphase des Gangzyklus. Entsprechend führen Verletzungen oder Entzündungen zu einer deutlichen Einschränkung des normalen Gangs.

Akute Achillessehnenruptur
Es reißt die Sehne, die oft schon etwas vorgeschädigt ist. Oft beim Sport oder aber auch bei einem banalen Fehltritt. Betroffen sind meist Erwachsene zwischen 30 und 50 Jahren. Oft wird ein lauter Knall beschrieben wie ein Peitschenhieb. Es treten sofort Schmerzen und meist eine akute Gangunfähigkeit auf. Bezeichnend für die Verletzung ist, daß der Zehenspitzenstand nicht mehr möglich ist. Bei der Untersuchung kann eine Delle im Bereich des Riß getastet werden und die Verletzung im Ultraschall gut dargestellt werden. Es besteht die Möglichkeit den Riß ohne Operation in einem Spezialstiefel zu behandeln. Es gibt jedoch Fälle , wo dies nicht möglich ist, da die Enden der Sehne zu weit von einander entfernt sind, als daß sie gut zusammenheilen könnten. Dann ist die Operation das Mittel der Wahl. Nach der Operation ist die Belastung in dem Spezialstiefel, der 6 Wochen getragen werden muß möglich.

Chronische Achillessehnenruptur mit Defekt der Sehne
Risse der Achillessehne, die länger bestehen und wo die Sehne nicht korrekt zusammengewachsen ist, resultieren in einem Kraftverlust der Wadenmuskulatur und dem entsprechend beeinträchtigtem Gangbild. Die Überlastung der gesunden Gegenseite macht dann häufig ebenso Probleme. In diesem Fall ist die Rekonstruktion der Achillessehne sinnvoll und sollte individuell abgewägt , besprochen werden. Es existieren verschiedene operative Möglichkeiten einen längerstreckigen Defekt der Sehne zu überbrücken und zu rekonstruieren. Bei Defekten von 3-5 cm kommen die VY-Plastik und die Umkehrplastik n. Lindholm in Frage. Bei noch längerstreckigen Defekten bittet sich eine Sehnentransferoperation der lange Großzehenbeugersehne (FHL-Transfer) an.

Achillodynie (Achillessehnenreizung)
Es kommt zu Schmerzen im Bereich der Achillessehne ohne Riß der Sehne. Manchmal kann es zur Achillodynie durch die Einnahme von Antibiotika, sog. Gyrasehemmer kommen. Oft findet sich im Ultraschall eine Verdickung der Sehne und krankhafte Gefäßneubildung innerhalb der Sehne. Die Behandlung ist in der Regel konservativ. Entscheidend ist hier exzentrisches Dehntraining. Möglicherweise kann auch eine Stoßwellentherapie Linderung bringen. Zusätzlich sind lokale Spritzen im Achillesehnenbereich mit körpereigenen Blutplättchen angereichertem Plasma (platelet rich plasma) möglich um die krankhaften Blutgefäße zu schädigen und im Verlauf eine normale Dicke der Sehne zu erreichen.

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